Verabschiedung von Werner Wißler

Über 100 Gäste verabschiedeten am 4. März 2026 den langjährigen Leiter der Abteilung Wirtschaft und Finanzen, Werner Wißler. Nach 35 Jahren beim Caritasverband Freiburg-Stadt e. V. trat dieser nun seinen Ruhestand an.

Angeregte Gespräche und festliche Atmosphäre herrschten im sonnendurchfluteten Münsterforum zur feierlichen Verabschiedung von Werner Wißler. Nach 35 Jahren beim Caritasverband Freiburg-Stadt ging der Bevollmächtigte des Vorstandes und Leiter der Abteilung Wirtschaft und Finanzen in den wohlverdienten Ruhestand. Über 100 Menschen waren am Mittwoch, den 4. März in den wohl schönsten Saal Freiburgs gekommen, ein Prädikat, das in einigen der Redebeiträgen thematisiert wurde.

Musiker Martin Glönkler sorgte am Flügel für stimmungsvolle Hintergrundmusik, während auf zwei großen Bildschirmen Impressionen aus Werner Wißlers jahrzehntelangem Engagement im und für den Caritasverband Freiburg-Stadt zu sehen waren. Nach und nach ließen die Gäste sich nieder und lauschten einem weiteren Klavierstück, bevor der erste Redner ans Pult trat.

Eine Ära geht zu Ende
„So viele Wegbegleiter sind gekommen, um mit Ihnen zu feiern“, eröffnete Rainer Gantert. „Das zeigt die große Wertschätzung der gesamten Caritas-Familie.“ Der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Freiburg-Stadt begrüßte die zahlreichen Kolleginnen und Kollegen, den Aufsichtsrat, Verantwortliche aus Kommunen und Caritasverbänden sowie von Banken, Versicherungen und Kanzleien. Gantert würdigte Werner Wißler als einen großen Netzwerker, der mit all diesen unterschiedlichen Partnern eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe.

Zahlen müssen stimmen, aber sie müssen genauso widerspiegeln, was die Arbeit der Caritas ausmacht: den Dienst an den Menschen. Für Werner Wißler haben die Menschen immer an erster Stelle gestanden. „Die Menschen im Blick, die Zahlen im Blick und sicher im Urteil – so waren Sie Herr Wißler und Sie werden uns sehr fehlen“, schloss Rainer Gantert und überreichte einen Geschenkkorb mit Produkten aus den Caritaswerkstätten. Der Vorstandsvorsitzende ließ es sich nicht nehmen, noch persönliche Worte und einen ganz herzlichen Dank hinzuzufügen. Ein eigenes Geschenk hatte er auch mitgebracht: ein Gemälde der Verwaltungszentrale des Verbandes, des Dompfarrer-Erich-Wittner-Hauses, das aktuell von einem breiten roten Streifen geziert wird.

Den Verband fachlich und menschlich geprägt
Weihbischof Christian Würtz betonte als Vorsitzender des Aufsichtsrates, wie sehr Werner Wißler den Caritasverband Freiburg-Stadt geprägt habe: „Durch das Prägen erhält der Münzrohling erst seinen Wert. Sie haben in unserem Verband Spuren hinterlassen, die noch für viele Jahre bedeutsam sein werden.“ Zum einen sei die fachliche Leistung bemerkenswert gewesen. In vielen Verhandlungsrunden mit städtischen und anderen Partnern habe man Herausforderungen gemeinsam gemeistert. „Aber auch menschlich war es eine Freude, mit Ihnen zusammenzuarbeiten: zugewandt, unprätentiös und immer den Menschen im Blick“, betonte der Weihbischof. Im Namen des Aufsichtsrates überreichte er eine Ehrenurkunde für 35 Jahre Engagement im Caritasverband Freiburg-Stadt.

Zuverlässiger Verhandlungspartner
Thorsten Culmsee, Leiter des Dezernats Jugend und Soziales für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, sprach auch im Namen seiner Amtskollegen der Stadt Freiburg und des Landkreises Emmendingen. Er lobte als Vertreter der drei Gebietskörperschaften die Zuverlässigkeit und Loyalität Werner Wißlers und ging auf die zahlreichen Verhandlungsrunden ein, die sie miteinander führten: „Wenn Sie uns Zahlen eingereicht haben, dann stimmten die immer!“ Natürlich habe man auch gestritten und miteinander gerungen. Aber dies sei immer ein Ringen in der Sache gewesen und man habe stets pragmatische Lösungen gefunden. Es sei ein Zeichen großer Wertschätzung, dass so viele Bürgermeister zur Verabschiedung gekommen seien. „Wir haben wahrgenommen, dass Sie immer für die Menschen gehandelt haben. Gemeinsam können wir diesen Sozialstaat zusammenhalten, fördern und fortentwickeln. Er steht für Zusammenhalt, für Menschlichkeit und Würde.“

Passend zu einem langen und persönlich einflussreichen Weg im Caritasverband spielte Pianist Martin Glönkler anschließend Frank Sinatras „My Way“.

Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit
Volker Hemmerich, Vorstand des Caritasverbandes Mannheim sprach für den Kreis der Verwaltungsleitungen, im dem die Finanzbeauftragten regelmäßig zusammenkommen: „Ich habe dich als einen erfahrenen und hilfsbereiten Kollegen erlebt. Wir waren fachlich und menschlich auf einer Wellenlänge.“ Gemeinsam habe man Herausforderungen, wie die Wirtschaftskrise 2009 und die Coronapandemie 2020, gemeistert und sich dabei vom Risikomanagement bis zum Benchmarking stets weiterentwickelt – nicht zuletzt durch die umfassende Expertise von Werner Wißler. „Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit sind keine sich ausschließenden Gegensätze. Auch als gemeinnützige Organisationen müssen wir Rücklagen bilden, um unseren Mitarbeitenden und den uns anvertrauten Menschen Sicherheit zu bieten.

Als Abschiedspräsent hatte Volker Hemmerich ein Päckchen „Monnemer Dreck“, eine Makronenspezialität aus Mannheim mitgebracht.

Nur noch kurz die Welt retten
Und noch weitere Geschenkübergaben folgten: Die Kolleginnen und Kollegen aus der Abteilung für Wirtschaft und Finanzen hatten ein ganzes Sortiment an Präsenten, die verschiedene Aspekte der gemeinsamen Zeit symbolisierten: Teller und Essen, ein gewaltiger Schlüssel, ein handtuchgroßer Scheck, ein B2Run-Shirt und Blumensamen mit Gießkanne, denn: „Viele gute Ideen können weiter aufblühen.“

Die Abteilungs- und Stabstellenleitungen hatten extra einen Song aufgenommen. Auf die Melodie von „Nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko, texteten sie, wie „Wiki Wißler“ immer alles wusste, alles konnte und einfach unentbehrlich war. Als Geschenk hatten sie zudem ein persönliches SC-Freiburg-Trikot mit der Anzahl an Dienstjahren als Rückennummer mitgebracht.

Ein Leben ohne Outlook
Zum Abschluss bedankte Werner Wißler sich herzlich bei allen, die gekommen waren und die durch ihre Arbeit die Feier ermöglicht hatten. Insbesondere freute er sich darüber, dass es gelungen war, den seiner Meinung nach schönsten Raum der Erzdiözese Freiburg für seinen Abschied zu organisieren. Wißler nannte viele der Anwesenden namentlich und betonte die vertrauensvolle Kultur der offenen Türen in den vielen Jahren seines Engagements im Caritasverband Freiburg-Stadt: „Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung, für Ihr Vertrauen und für die kollegiale Zusammenarbeit.“ Er werde die gemeinsame Zeit in guter Erinnerung behalten. „Ich freue mich aber auch auf ein Leben, in dem mir Outlook nicht mehr sagt, was ich wann und wo zu tun habe.“

Die Gäste würdigten die Ansprache mit stehenden Ovationen. Pianist Glönkler schloss den Festakt mit Udo Jürgens‘ Klassiker „Mit 65 Jahren, da fängt das Leben an“, wobei alle einstimmten und mitklatschten.

Das Buffet eröffnete schließlich Frank Barrois, Vorstand des Caritasverbandes Freiburg-Stadt, und lud die Versammelten zum gemeinsamen Essen und Feiern im Café Inklusiv und im gesamten Haus ein. Dabei fand er auch persönliche Worte: „Herr Wißler, Sie sind nicht nur ein Funktionsträger – Sie sind Mister Caritas!“

Freiburg, 05.03.2026

Text:
Karin Jehle, Freie Redakteurin
Fotos:
Jannie Schweizer, Verbandskommunikation