
Freiburg. Nach mehr als drei Jahrzehnten verabschiedet sich Werner Wißler in den Ruhestand. Über 34 Jahre hinweg hat er den Caritasverband Freiburg-Stadt e. V. mitgestaltet, geprägt und begleitet – zunächst als Leiter der Buchhaltung, später als Abteilungsleiter für Wirtschaft und Finanzen sowie als Bevollmächtigter des Vorstandes. Im Gespräch blickt Werner Wißler auf seine Zeit beim Caritasverband Freiburg-Stadt zurück und erzählt von Verantwortung, Herausforderungen und den prägenden Momenten seiner beruflichen Laufbahn.
Vom Bürokaufmann zum Finanzverantwortlichen
Seinen beruflichen Weg begann Werner Wißler mit einer Ausbildung zum Bürokaufmann beim damaligen Warenhaus Hertie in Freiburg, aus dem später das Kaufhaus Karstadt und schließlich Galeria-Kaufhof hervorging. Dort arbeitete er in der Verwaltung und lernte die Grundlagen kaufmännischer Abläufe kennen. Er vertiefte anschließend sein Wissen nebenberuflich durch ein Abendstudium im Fachbereich Bilanzbuchhaltung und Betriebswirtschaft.
Nach seinem Wehrdienst und mehreren Jahren Berufserfahrung wechselte er in die Industrie und übernahm verantwortungsvolle Aufgaben als Controller und Leiter der Buchhaltung bei einem internationalen Unternehmen am Standort Freiburg. Doch ein einschneidendes Ereignis – ein Großbrand und die anschließende Entscheidung des Unternehmens, den Standort nicht wieder aufzubauen – führte dazu, dass er sich beruflich neu orientierte. Folglich führte ihn sein Weg 1991 zum Caritasverband Freiburg-Stadt. Eine Entscheidung, die nicht nur beruflich, sondern auch persönlich bedeutend war: Aufgewachsen in einem katholisch geprägten Elternhaus, war es ihm wichtig, für einen konfessionellen Träger zu arbeiten und damit einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.
„Es hat mich motiviert, für eine Organisation zu arbeiten, bei der das wirtschaftliche Ergebnis nicht privaten Eigentümern oder Investoren zugutekommt, sondern den Menschen, die Unterstützung und Hilfe brauchen.“, so Werner Wißler.

Verantwortung in bewegten Zeiten
Mit den Jahren wuchsen nicht nur seine Aufgaben, sondern auch seine Verantwortung. Als Abteilungsleiter für Wirtschaft und Finanzen und Bevollmächtigter des Verbands war er maßgeblich daran beteiligt, die wirtschaftliche Stabilität des Verbands zu sichern und auszubauen.
Sein Arbeitsalltag war geprägt von vielfältigen Aufgaben: Haushaltsplanung, Liquiditätssteuerung, strategische Finanzentscheidungen und die kontinuierliche Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen.
In mehr als drei Jahrzehnten erlebte Werner Wißler zahlreiche Veränderungen und Herausforderungen. Insbesondere die Anforderungen an die digitale Finanzsteuerung wurden komplexer, gesetzliche Rahmenbedingungen veränderten sich und politische Entwicklungen hatten direkte Auswirkungen auf die soziale Arbeit.
Besonders prägend waren strukturelle Veränderungen wie der Ausbau sozialer Angebote in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit oder die Erweiterung von Unterstützungsleistungen im Zuge der Fluchtbewegung ab 2015. Auch gesetzliche Reformen wie das Bundesteilhabegesetz brachten tiefgreifende Veränderungen mit sich.
Trotz aller Herausforderungen blieb ein Grundsatz stets bestehen: wirtschaftliche Stabilität und verantwortungsvolles Handeln.
„Wichtig ist, dass der Verband immer wirtschaftlich gesund geblieben ist und wir nie über unsere Verhältnisse gelebt haben.“
Prägende Ereignisse und große Verantwortung
Neben strukturellen Veränderungen gab es auch Ereignisse, die den Verband und seine Mitarbeitenden tief geprägt haben. Zu den einschneidendsten Momenten der Laufbahn von Werner Wißler gehörten auch schwierige und belastende Ereignisse, wie das tragische Brandunglück der Werkstätte für Menschen mit Behinderung des Verbandes in Titisee-Neustadt. Solche Situationen verlangten nicht nur organisatorisches Handeln, sondern vor allem auch menschliche Stärke und Zusammenhalt.
Auch finanzielle Großprojekte erforderten strategisches Denken und weitreichende Entscheidungen. Diese Erfahrungen machten auch deutlich, wie wichtig Teamarbeit innerhalb des Verbandes ist.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Was Werner Wißler besonders in Erinnerung behalten wird, ist die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Kolleginnen und Kollegen:
„Das Wichtigste ist das Zwischenmenschliche. Wenn die Zusammenarbeit stimmt, kann man gemeinsam jede Herausforderung bewältigen.“
Über viele Jahre arbeitete er mit engagierten Teams und unterstützenden Führungskräften zusammen. Dieses Vertrauen und der respektvolle Umgang miteinander waren für ihn zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit.
Abschied in einen neuen Lebensabschnitt
Mit seinem Eintritt in den Ruhestand beginnt für Werner Wißler ein neuer Lebensabschnitt. Er freut sich darauf, seine Zeit freier gestalten zu können und neue Möglichkeiten zu entdecken – auch wenn ihm der tägliche Austausch mit seinen Kolleginnen und Kollegen fehlen wird.
„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“
Auch den Vorständen Rainer Gantert und Frank Barrois fällt der Abschied angesichts der langjährigen Zugehörigkeit Werner Wißlers zum Caritasverband nicht leicht. Er habe die Zahlen über Jahrzehnte erfolgreich vor- und aufbereitet, so Vorstandsvorsitzender Rainer Gantert. Dabei sei immer zum Ausdruck gekommen, dass er nicht seelenlos auf die Zahlen blicke, sondern stets verantwortungsbewusst den Gesamtverband mit seinen Anvertrauten wie Mitarbeitenden im Blick behalten habe, betont Gantert.
Mit Werner Wißler verabschiedet sich ein Mensch, der den Caritasverband Freiburg-stadt e. V. über viele Jahre hinweg mit großem Engagement, fachlicher Kompetenz und persönlicher Integrität geprägt hat.
Der Caritasverband Freiburg-Stadt bedankt sich herzlich für seinen jahrzehntelangen Einsatz und seine wertvolle Arbeit.
Wir wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen.
Freiburg, 26.02.2026
Redaktion:
Jannie Schweizer, Verbandskommunikation
jannie.schweizer@caritas-freiburg.de
Foto: Caritasverband Freiburg-Stadt e. V.



