Im Herzen St. Georgens – das Haus St. Felicitas

Im Beisein zahlreicher Gäste weihte der Caritasverband Freiburg-Stadt e. V. am 2. März 2026 seine neue Wohneinrichtung im Freiburger Stadtteil St. Georgen ein.

Mit dem Haus St. Felicitas eröffnete der Caritasverband Freiburg-Stadt e. V. eine neue Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. 24 Bewohnerinnen und Bewohner finden dort eine neue Heimat in vier Wohngruppen. Zusätzlich gibt es ein Tagesangebot für 17 Menschen im Rentenalter, die nicht mehr in den Werkstätten arbeiten.

Rund 100 Menschen waren am 2. März gekommen, um die Einweihung feierlich zu begehen. Zum Sektempfang spielte das Duo Acoustic Serenade mit Lena Knobloch am Gesang und Tobias Nussbaumer an der Gitarre. Sowohl im Pfarrsaal der Gemeinde St. Georg als auch auf dem sonnigen Außengelände, wo schon das erste zarte Grün spross, waren die Gäste in lebhafte Gespräche vertieft.

Die neuen Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Angehörigen und dem Förderverein waren erschienen, Mitarbeitende sowie Ehemalige des Caritasverbandes Freiburg-Stadt, der Aufsichtsrat, Verantwortliche aus Politik und Verwaltung der Stadt Freiburg und den Landkreisen, Engagierte aus der Bürgerschaft, Mitglieder des Stadtrates und des Landtags, der Architekt Volker Scheldt, Nachbarinnen und Nachbarn aus St. Georgen und Vertreter der Pfarrei St. Georg. Sie alle hatten in ihren jeweiligen Rollen ein Stück zum Gelingen des Neubaus beigetragen.

Glück und Gottes Segen für die Wohngemeinschaft
Mit einem Grußwort eröffnete Rainer Gantert, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes Freiburg-Stadt, die Einweihungsfeier. Er begrüßte alle Anwesenden und würdigte viele von ihnen namentlich – insbesondere die Bewohnerinnen und Bewohner: „Um Sie geht es heute!“ Ihnen und ihren Angehörigen sowie sämtlichen Mitarbeitenden der neuen Einrichtung wünschte Gantert ganz herzlich „Glück und Gottes Segen für die Wohngemeinschaft.“ Ein ganz besonderer Dank galt auch dem ehemaligen Pfarrer Franz Wehrle, der in dem Projekt mit der längsten Vorlaufzeit immer freundlich aber beharrlich am Ball geblieben sei und die Realisierung vorangetrieben habe.

Auch die Spitze der Stadt habe den Bau der neuen Wohneinrichtung immer unterstützt. Die Einweihung fiel zusammen mit dem letzten Auftritt des langjährigen Ersten Bürgermeisters Ulrich von Kirchbach bei einer Caritasveranstaltung, der nun in den Ruhestand geht. „Er hat einen untrüglichen politischen Instinkt und das Herz am richtigen Platz. Er wird uns sehr fehlen,“ sagte der Vorstandsvorsitzende und überreichte zum Dank für die gute Zusammenarbeit einen prall gefüllten Geschenkkorb mit Produkten aus den Caritaswerkstätten.

Neuer Wohnraum und Aufwertung fürs Quartier
Oberbürgermeister Martin Horn dankte allen Beteiligten für ihre wichtige Arbeit. Der Caritasverband Freiburg-Stadt schaffe hier den dringend benötigten barrierefreien Wohnraum und stehe für Inklusion: „Wir erleben gerade schwierige Zeiten. Es ist wichtig, dass christliche Nächstenliebe erfahrbar ist.“ Das neue Wohnangebot werte das Quartier auf, denn es biete Fairness und Integration. Der Name St. Felicitas, den die Bewohnerinnen und Bewohner selbst gewählt haben, stehe für Wohltätigkeit, Standhaftigkeit und sei ein Sinnbild für Glück.

Der Freiburger Stadtrat habe schon 2013 in einem Beschluss die wichtige Rolle der Inklusion definiert: „Inklusion bedeutet, dass alle Mitglieder der Gesellschaft von Anfang an und in allen Bereichen zusammenleben und in ihrer Unterschiedlichkeit selbstverständlich akzeptiert werden.“

Das Haus mit Wärme und Leben füllen
Der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach freute sich sehr, dass er noch in seiner Amtszeit das Haus St. Felicitas eröffnen konnte. „Ein Umzug ist mit viel Arbeit, Aufregung und Abschiedsschmerz verbunden, aber auch mit Vorfreude“, sagte von Kirchbach. „Mit Ihren vertrauten Mitarbeitenden macht es das Ankommen einfacher. Jetzt gilt es, die Nachbarschaft zu entdecken und die Menschen kennenzulernen.“ In St. Georgen gebe es viele Feste, eine aktive Bürgerschaft und viel Engagement. „Sie alle hier füllen ein leeres Haus mit Wärme und Leben. Das wollen wir heute feiern.“

Besuch erwünscht!
Nach einem musikalischen Zwischenspiel von Acoustic Serenade begrüßten die Bewohnerinnen Marietta Singler und Doris Federle die Gäste. „Wir wünschen uns, dass Sie uns besuchen in unserem neuen Haus St. Felicitas“, sagten die beiden älteren Damen. „Es macht uns sehr viel Spaß.“

Ein Beispiel für diakonische Kirchenentwicklung
Weihbischof Christian Würz ging in seiner Rede insbesondere auf den Stellenwert des caritativen Engagements für die diakonische Kirche ein und zitierte dabei aus dem Text „Hoffnung wecken – Zukunft teilen“, der auf der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischöfe entwickelt worden war. „Im Zentrum einer diakonischen Kirche steht die Sorge um das Heil der Anderen und nicht der Selbsterhalt. Es geht um Befreiung, um ein Leben in Würde und Freiheit.“ Die diakonische Kirchenentwicklung wolle eine Kirche, die den Menschen nahe sei und ihnen helfe – so wie Gott in Jesus Christus zu den Menschen gekommen sei und ihr Leben geteilt habe. „Ich denke, dass wir heute mit der Einweihung dieses Hauses ein gutes Beispiel haben, was diakonische Kirchenentwicklung bedeutet. Es ist ein Beispiel, wie Pfarrei und verbandliche Caritas gut Hand in Hand zusammengearbeitet haben – zusammen mit der Stadt und den Menschen hier vor Ort.“

Im Anschluss segnete der Weihbischof das neue Haus bei einem Rundgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Die stellvertretende Abteilungsleiterin Karolin Meißner eröffnete dann das Buffet und lud zum gemeinsamen Feiern. Einrichtungsleiter Daniel Fern lud Interessierte zu eine Führung durch das Haus ein. Die beiden oberen Etagen, wo jeweils zwei Wohngruppen à sechs Personen ihren Platz gefunden haben, waren als Privaträume nicht Teil der Führung. Im Erdgeschoss hat das Gebäude einen großen Aufenthaltsraum für die Tagesstruktur. 17 ältere Menschen mit Behinderung finden hier täglich Gesellschaft und Beschäftigungsmöglichkeiten. Davon zeugen üppige, selbstgebastelte Dekorationen, die nicht nur den Garten des Hauses schmückten und jahreszeitlich stets angepasst werden. Auch einen Therapieraum, Ruheräume und einen schönen Außenbereich bietet Haus St. Felicitas den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Tagesgästen. Möge seine Namensgeberin sie mit Glück begleiten.

Freiburg, 05.03.2026

Text:
Karin Jehle, Freie Redakteurin
Fotos:
Jannie Schweizer, Verbandskommunikation