
38 Jahre Engagement, Verantwortung und gelebter Arbeitsschutz: Klemens Krämer, Fachkraft für Arbeitssicherheit (kurz: FASI) verlässt unseren Caritasverband in den Ruhestand. Im Interview blickt er zurück auf seinen ersten Arbeitstag, Veränderungen, und prägende Momente.
Herr Krämer, wenn Sie an Ihren ersten Arbeitstag vor 38 Jahren zurückdenken, was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn?
Ich bin damals von der Industrie gekommen, dort waren die Aufgaben schon etwas anders. Für mich war hier erstmal alles neu und unbekannt. Der erste Gedanke war: Das ist eine Herausforderung. Was wird noch kommen? Das Gefühl hat mich am Anfang begleitet.
Wie hat sich Ihre Arbeit denn seitdem verändert, wenn Sie den Anfang mit heute vergleichen?
Die Tätigkeit als FASI hat sich stark weiterentwickelt. Es kamen viele neue Gesetzestexte, neue Anforderungen und neue Vorgaben dazu. Vieles musste ich damals von Grund auf aufbauen. Und da hat mir die Mitarbeiterschaft geholfen, immer auch das umzusetzen, was ich an Vorgaben gegeben habe. Es ist auch digitaler geworden im Vergleich zu vorher, ganz klar, am Anfang war alles handschriftlich bzw. geschrieben am PC, und das wurde natürlich dann alles digitalisiert.
Fällt Ihnen eine lustige Anekdote ein, die Sie teilen können?
Es gibt bestimmt viele lustige Geschichten, über die man im Nachhinein schmunzeln kann. Gerade in meinen Unterweisungen war ich nie jemand, der einfach nur ruhig dastand. Ich habe gerne Dinge praktisch vorgemacht. Zum Beispiel beim Thema Feuerlöschen: Da habe ich immer die sogenannte „Habachtstellung“ demonstriert. Das fanden viele sehr lustig. Irgendwann habe ich dann sogar ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Habachtstellung“ bekommen. Das ist so eine kleine Anekdote, die mir hängen geblieben ist.
Worauf sind Sie rückblickend besonders stolz?
Ganz klar auf die gesunkenen Unfallzahlen. Die Zahlen sind über die Jahre deutlich zurückgegangen. Das ist aber nicht allein mein Verdienst, sondern der Verdienst aller Mitarbeitenden. Die Kollegschaft hat mitgezogen und meine Vorschläge umgesetzt. Das ist nicht selbstverständlich. Man hätte auch sagen können: „Lass den mal da vorne reden, ich mache das, wie ich es will.“. Aber genau das ist nicht passiert, und das sieht man an den guten Unfallzahlen. Das sind die Früchte der gemeinsamen Zusammenarbeit.
Wenn Sie die vielen Jahre in einem Wort – oder vielleicht zwei – zusammenfassen müssten: Welche wären das?
In einem Wort: klasse.
In zwei Worten: einfach klasse.
Was nehmen Sie persönlich aus all den Jahren für Ihren neuen Lebensabschnitt mit?
Vor allem die Gewissheit, dass ich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Ursprünglich bin ich Feinmechanikermeister und Betriebswirt, habe ein Abendstudium über sechs Semester gemacht und viele zusätzliche Ausbildungen absolviert – unter anderem im Bereich Feuerwehr und Brandschutz. Die Arbeitssicherheit und der Brandschutz waren genau die richtige Branche für mich. Das würde ich nicht missen wollen.
Welchen Rat würden Sie jüngeren Kolleginnen und Kollegen im Verband mit auf den Weg geben?
Zusammenhalt. Gemeinsam das umzusetzen, was getan werden muss, vor allem dann, wenn es um den Schutz der Gesundheit geht. Wir haben unser Leben nur einmal. Deshalb ist es wichtig, auch bei der Arbeit auf den Gesundheitsschutz zu achten, damit wir gesund arbeiten, gesund nach Hause kommen und lange gesund bleiben. Das ist der wichtigste Rat, den ich immer mitgebe.
Was war für Sie der schönste oder sinnstiftendste Moment in all den Jahren?
Ganz klar der persönliche Kontakt. Egal ob mit Mitarbeitenden oder Einrichtungsleitungen. Man hat immer zusammen gelacht, gemeinsam nach Lösungen gesucht und dann auch einen Weg gefunden, sogar wenn man nicht derselben Meinung war. Wichtig war, einen Weg zu finden den alle gehen können.
Worauf freuen Sie sich im Ruhestand am meisten? Gibt es schon Pläne?
Es gibt viele Pläne. Aber einen richtigen Ruhestand gibt es nicht – eher einen „Unruhestand“. Motorradfahren gehört auf jeden Fall dazu. Ich hoffe auch, weiterhin bei den Caritas-Motorradausfahrten dabei zu sein. Wir waren und sind eine eingeschworene Gemeinschaft, und ich denke, das wird auch so bleiben. Neben Tagesausfahrten haben wir auch gemeinsame Kurzurlaube gemacht, das war immer was Besonderes.
Klemens Krämer feiert seinen „Unruhestand“ am 3. Februar 2026 ab 15:30 Uhr im Speisesaal der Hauptwerkstätte Freiburg. Wir danken ihm herzlich für seinen langjährigen engagierten Einsatz und seine Verlässlichkeit, und wünschen ihm für den neuen Lebensabschnitt Gottes Segen und alles Gute.
Freiburg, 27.01.2026
Redaktion: Jannie Schweizer, Verbandskommunikation
E-Mail: jannie.schweizer@caritas-freiburg.de
Foto: Ingeborg Lehmann