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Mehr Informationen„Den Tagen mehr Leben geben“, lautete der Leitgedanke von Cicely Saunders, der britischen Krankenschwester, auf die die moderne Hospizbewegung zurückgeht. Dieser Philosophie folgt auch das Team des Hospiz Karl Josef um Leiterin Schwester Miriana Fuchs. Das Team der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden feierte gemeinsam mit der Gründerfamilie Leibinger, dem Mitbegründer Helmut Schillinger, dem Caritasverband Freiburg-Stadt e. V. als neuem Gesellschafter sowie rund 170 geladenen Gästen das 25-jährige Bestehen dieser besonderen Einrichtung für Menschen am Lebensende.

Wortgottesfeier zum Jubiläum und zur Einweihung des Hospizes
Gleichzeitig standen die Räumlichkeiten selbst im Mittelpunkt der Wortgottesfeier am vergangenen Donnerstag. Denn nach mehr als zweijähriger Renovierungszeit wurden sie pünktlich zum Jubiläum fertiggestellt und konnten erstmals besichtigt werden. In der Zwischenzeit war das Hospiz in das Haus St. Joachim, eine Pflegeeinrichtung des Caritasverbandes, umgezogen.
Schwester Miriana, seit 2016 Geschäftsführerin des Hospizes, begrüßte die Gäste und führte durch die Wortgottesfeier, die musikalisch von Doesjka van der Linden an der Harfe und Dieter Müller am Keyboard begleitet wurde. Voller Dankbarkeit blickte sie auf die vergangenen Jahre zurück und erinnerte daran, dass zur Zeit der Gründung nur wenige Menschen wussten, was ein Hospiz ist. In ihren Dank schloss sie alle am Umbau Beteiligten ein, ebenso ihr Team aus ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden sowie die Ärztinnen und Ärzte, die die ersten Gäste damals, wie heute betreuten und die Pflegefachkräfte schulten. „Mit dem Caritasverband und der Familie Leibinger haben wir nun zwei stabile Gesellschafter“, so Schwester Miriana in ihrer Begrüßung. Auch ihre Dankbarkeit und Freude über die gelungene Umgestaltung der Räume brachte sie zum Ausdruck. Diese zeichnen sich durch eine freundliche, helle und warme Atmosphäre aus. Jedes der acht Gästezimmer verfügt nun über ein eigenes Bad und einen Balkon oder eine Dachterrasse mit Blick ins Grüne.
Anschließend erfolgte die liturgische Eröffnung der Feier durch Weihbischof Dr. Christian Würtz. Er dankte für das Erreichte, griff das Bild eines Kindes auf, das erwachsen geworden sei und bat um Gottes Segen.
Frank Barrois, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes, betonte in seiner Rede „Wir fühlen uns als Gesellschafter in bester Gesellschaft.“ Mit dem Hospiz habe der Caritasverband einen wichtigen Baustein in die Caritaslandschaft integriert. Man könne den Menschen nun Angebote für alle Lebenssituationen machen, so Barrois. Er würdigte das Engagement und den Mut der Familie Leibinger, deren Idee sich zwischenzeitlich zu einer Institution entwickelt habe; Menschen am Lebensende nicht nur ein Zuhause zu bieten, sondern auch eine Herberge voller Menschlichkeit, die selbst im Sterben Zuversicht schenke. Das Hospiz sei eingebunden in die Stadt, in die Region und in die Ordensgemeinschaften, so Frank Barrois.
Kairos – der entscheidende Moment
Helmut Schillinger, der als Geschäftsführer des Regionalverbunds kirchlicher Krankenhäuser gemeinsam mit der Unternehmerfamilie Leibinger Anfang der 2000er-Jahre die Gründung des Hospizes initiierte, erinnerte in seinem Grußwort an die damals schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die noch junge Hospizbewegung. Die Krankenkassen refinanzierten die Leistungen nur zum Teil.
Er selbst, so berichtete Schillinger, wurde Mitte der 1980er-Jahre auf einer Fortbildung durch einen Film über eine lebensfrohe rheinische Karnevalsfeier in einem Hospiz auf die neue Art des Umgangs mit Menschen an ihrem Lebensende aufmerksam.
Die Bekanntmachung mit dem sozial und kirchlich engagierten Unternehmer Karl Leibinger durch den damaligen Freiburger Sozialbürgermeister Hansjörg Seeh beschreibt Schillinger in seiner Rede als entscheidenden Moment. „Karl Leibinger war nicht ein Mann der vielen Worte, aber ein Mann, dessen Wort galt“, so Schillinger über den 2012 verstorbenen Unternehmer, dessen Investition schließlich die Gründung des Hospizes ermöglichte. Im Jahr 2001 nahm man im Hospiz die ersten Gäste auf. In 25 Jahren waren mehr als 2000 Menschen am Lebensende Gäste im Hospiz Karl Josef.
Nach dem Tod Karl Leibingers übernahm seine Frau, Adelheid Leibinger, die Verantwortung. Schillinger lobte ihre Weitsicht, ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen. Den Caritasverband, der die Gesellschafteranteile der Artemed-Gruppe übernahm, nannte er einen kongenialen Partner, mit dem eine zukunftsfähige Lösung für das Hospiz gefunden worden sei.
Mit den Worten „in ein Hospiz gehen Sterbende, um zu leben und nicht Lebende, um zu sterben“, leitete Weihbischof Dr. Würtz die Segnung der Räumlichkeiten ein. Er las aus dem Johannes-Evangelium (Johannes 14, 1–6), in dem sich Jesus angesichts seines bevorstehenden Todes mit zuversichtlichen Worten an seine Jünger wendet. Er werde vorausgehen, um im Haus seines Vaters einen Platz für sie vorzubereiten, denn dort gebe es viele Wohnungen, und er werde wiederkommen, um sie zu sich zu holen. Anschließend erbat er Gottes Segen für alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende und weihte die Räumlichkeiten ein.
OB Martin Horn begrüßt die Gäste
Oberbürgermeister Martin Horn ließ es sich nicht nehmen, an der feierlichen Einweihung teilzunehmen, trotz des Europa-League-Halbfinalspiels des SC Freiburg gegen Braga und der damit verbundenen Verpflichtung, den Bürgermeister der portugiesischen Stadt zu begrüßen. In seinem Dank würdigte er die Gründerfamilie Leibinger, Helmut Schillinger und die Caritasfamilie für ihr Engagement. Mit dem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler „Es ist gerade der Tod als Grenze des Lebens, der das Leben kostbar macht und uns dazu mahnt, auf erfüllte Weise zu leben“, brachte er seine Anerkennung für die wichtige Aufgabe der Mitarbeitenden des Hospizes zum Ausdruck. Anschließend verabschiedete er sich, um seiner Verpflichtung als Gastgeber des portugiesischen Fußballclubs nachzukommen.
Im Anschluss lud Schwester Miriana alle Gäste ein, die neuen Räumlichkeiten auf drei Etagen persönlich in Augenschein zu nehmen. Eine Einladung, der die zahlreichen Gäste, darunter langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter des Hospizes gerne folgten.
Freiburg, 12.5.2026
Redaktion:
Nora Kelm, Pressesprecherin
(07 61) 79 03-1139
nora.kelm@caritas-freiburg.de
Fotos:
Raphael Pietsch, RAP Media









