Egon Engler verabschiedet sich in den Ruhestand

Freiburg. „Ich sage voller Dankbarkeit: Auf Wiedersehen. Tschüss. Adieu, das war’s!“

Sichtlich bewegt richtete sich der langjährige Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Freiburg-Stadt e. V. Egon Engler an die gut 250 Gäste, die im Garten des Collegium Borromaeum zusammenkamen, um ihn beim Übergang in den Ruhestand zu begleiten.

Viele Weggefährtinnen und –gefährten aus befreundeten Wohlfahrtsverbänden, aus Freiburgs Gemeinderat und den Kreisräten umliegender Landkreise, aus Kirchengemeinden, Ordensgemeinschaften sowie zahlreiche Mitarbeitende des Caritasverbandes, Kolleginnen und Kollegen nutzen die Gelegenheit, sich voll des Dankes und der Anerkennung bei Egon Engler zu verabschieden.

Allen voran Weihbischof Christian Würtz, Aufsichtsratsvorsitzender des Verbandes, der ihm im Namen des gesamten Aufsichtsrates einen Münsterengel überreichte. „Von ihrem Arbeitsplatz aus hatten Sie das Münster und die Engelstraße im Blick, Sie heißen Engler. Was liegt da näher, als Ihnen, lieber Herr Engler, einen Münsterengel als Abschiedsgeschenk zu überreichen?“, so Weihbischof Würtz in seiner Begrüßung.

Bürgermeister Ulrich von Kirchbach ließ in seiner Ansprache mehr als 20 Jahre der konstruktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Egon Engler Revue passieren. „Sie haben viele Spuren hinterlassen; Sie sind vorangekommen bei den Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Sie haben die Wohnungslosenhilfe inhaltlich neu konzipiert, Sie haben sich um die Jugendhilfe ebenso verdient gemacht, wie um die Seniorinnen und Senioren, Sie haben sich für das Bleiberecht für Roma eingesetzt, Sie haben das inklusive Gemeinwesen Freiburgs vorangebracht. Sie haben sich auch mit kritischen Fragen ehrlich und direkt auseinandergesetzt, damit man vorankommt. Sie haben wichtige Weichen gestellt.“

„Eine Ära geht zu Ende“, begann Landrätin Dorothea Störr-Ritter ihre Rede. Mit Blick auf die zahlreichen Einrichtungen des Caritasverbandes in Heitersheim; angefangen bei der ersten inklusiv arbeitenden Kindertagesstätte im Landkreis, dem Sulzbachhaus, über die Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung, der Caritas-Werkstätte und nicht zuletzt dem inklusiv geführten Café Villa artis, betonte Störr-Ritter: „Sie hatten das Glück, die richtigen Protagonisten gefunden zu haben, um Leuchttürme zu schaffen. Sie haben mir die Augen geöffnet. Das prägt meine Arbeit bis heute. Wir werden versuchen, die Dinge weiter in Ihrem Sinne zu führen.“

Zu den Rednern gehörte auch Konrad Deufel, als ehemaliger Caritasdirektor war er Egon Englers direkter Vorgänger im Amt, stellte ihn sogar persönlich ein. Deufel spannte den Bogen von Franz Hermann, dem ersten Geschäftsführer des Caritasverbandes nach dem Krieg bis heute. Der Verband zeichne sich durch seine Kontinuität und Stabilität in der Spitze aus; in der mehr als 90-jährigen Geschichte gab es nur wenige Wechsel. Nicht wenige Mitarbeitende fänden mit ihrer beruflichen Tätigkeit bei der Caritas auch ihre Lebensaufgabe. Egon Engler hat den Verband ganz im Sinne Lorenz Werthmanns, dem Gründer des Deutschen Caritasverbandes, geführt“, stellte Konrad Deufel anerkennend fest.

Jochen Pfisterer freute sich, am längsten mit Egon Engler zusammengearbeitet zu haben. Als Stellvertretender Vorsitzender überbrachte er Gruß- und Dankesworte der Vereinigung Freiburger Sozialarbeit, dem Träger der freien Jugendhilfe und Interessenverband der Freiburger Wohlfahrtsverbände, der Israelitischen Gemeinde Freiburg, der Stadt Freiburg und dem Studierendenwerk Freiburg. Meilensteine der gemeinsamen Zusammenarbeit seien die einmaligen und wegweisenden Richtlinien für Kindertagesstätten oder die Errichtung des Green City Hotels in Freiburg gewesen. Abschließend dankte Jochen Pfisterer auch im Namen der Menschen, die in der Stadt auf Hilfe angewiesen sind.

Bewegende Worte fand auch Meinrad Hiller. Der Vorsitzende der Gesamtmitarbeitervertretung schätzt den fairen Umgang miteinander in der Dienstgemeinschaft. Fragen und Probleme habe man in den Jahren der Zusammenarbeit konstruktiv und kooperativ im Austausch gelöst. Der wertschätzende Umgang in der Dienstgemeinschaft, unter den Kolleginnen und Kollegen sei nicht zuletzt für viele ein Grund, zu bleiben.

Rainer Gantert, Englers Nachfolger im Amt des Vorsitzenden, dankte für die Zusammenarbeit, die stets von Vertrauen geprägt war. „Kein Blatt passte zwischen uns“, beschrieb Gantert die Verbundenheit zwischen den Vorständen. Seine Ansprache galt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Caritasverbandes. Er sprach ihnen seine höchste Anerkennung für ihre Arbeit aus. Angesichts der Corona-Pandemie haben die Mitarbeitenden in allen Diensten und Einrichtungen Unvorstellbares geleistet: „Ich verneige mich vor Ihnen“, so Rainer Gantert.

„Liebe sei Tat“, zitierte Frank Barrois Vinzenz von Paul, dessen Leitgedanke die Caritas bis heute prägt. Frank Barrois, Leiter der Abteilung Alter und Soziale Dienste und jetzt auch neuer Vorstand beim Caritasverband zog Parallelen zu Engler: „Der Menschenfreund Egon Engler hat zu diesem Auftrag zur Handlungsstärke ein aufrichtiges und herzliches Interesse an jeder und jedem einzelnen gelebt. Dieser Zusammenklang von Handlung und Haltung ist Auftrag und Kompass für die Zukunft des Verbandes.“

Die letzten Worte hatte Engler selbst: „Ich kann in aller Ruhe gehen. Mit der Entscheidung des Aufsichtsrates, den Vorstand mit Rainer Gantert und Frank Barrois zu besetzen, wird das große Caritas-Schiff auch weiterhin zuverlässig gesteuert.“

Nach 32 Jahren, in denen er sich um Menschen und um ein inklusives Gemeinwesen verdient gemacht hat, widmet sich Engler im Ruhestand nun dem Natur- und Tierschutz. Diese Verantwortung nähme er als Christ gerne wahr.

Mit Worten des Dankes an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Diensten und Einrichtungen und auch an die zahlreichen ehrenamtlich engagierten Menschen im Verband, endete mit stehenden Ovationen der offizielle Teil der Verabschiedung Egon Englers.

 

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