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Die Caritaswerkstätten St. Georg
Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen

Arbeiten bedeutet teilhaben können an der Gesellschaft und gehört zum Menschsein. Arbeit vermittelt das Gefühl des Gebrauchtwerdens.

In den 10 Werkstätten des Caritasverbandes Freiburg-Stadt arbeiten über 1.000 Menschen, die ihrer Behinderung wegen nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können. In sieben Werkstätten werden überwiegend Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung, in zwei Werkstätten Menschen mit psychischer Erkrankung und in einer Zweigstelle Menschen mit einer Körperbehinderung im Rahmen der beruflichen und sozialen Rehabilitation beschäftigt, begleitet und gefördert. Durch die Differenzierung der Werkstätten wurde erreicht, dass auf die besonderen Belange von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen eingegangen werden kann, da sich deren persönliche Lebenssituation und die Anforderungen an den Arbeitsplatz wesentlich unterscheiden können.

Anspruch in den Werkstätten ist, die Arbeit an die Möglichkeiten von Menschen mit Behinderungen anzupassen. Qualifizierte Mitarbeiter aus unterschiedlichen Berufsfeldern finden immer wieder Wege, über eine Aufteilung der Arbeit in kleine Arbeitsschritte und den Einsatz geeigneter Hilfsmittel, die Arbeit den einzelnen Beschäftigten zugänglich zu machen. Durch die Globalisierung der Märkte kommen auf die Werkstätten neue Probleme zu, da Lohnarbeiten ins Ausland verlagert werden. Somit droht genau das Arbeitssegment verloren zu gehen, in welchem sich Werkstätten für Menschen mit Behinderungen bewegen.

 

Aufträge
von Industrie
und Gewerbe
sind Grundlage
für eine erfolgreiche Beschäftigung
für Menschen mit Behinderungen!

Im Hinblick auf die Aufgabenstellung und Zielrichtung der beruflichen und sozialen Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen wurde die Werkstätte für Menschen mit Behinderungen in verschiedene Bereiche gegliedert:

 

Berufsbildungsbereich

Ziele des Berufsbildungsbereiches sind, die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen durch berufliche Bildungsmaßnahmen zu fördern, die Stabilisierung der Gesamtpersönlichkeit und die Befähigung zur Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu unterstützen und auf die Übernahme einer geeigneten Tätigkeit im Arbeitsbereich der Werkstätte oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Die Maßnahme im Berufsbildungsbereich dauert maximal zwei Jahre.

 

Arbeitsbereich

Nach Beendigung des Berufsbildungsbereiches erfolgt in der Regel die Aufnahme in den Arbeitsbereich, in dem Dauerarbeitsplätze angeboten werden. Entsprechend ihrer individuellen Neigungen und ihrem Leistungsvermögen finden die Beschäftigten eine angemessene Tätigkeit.

In den Produktionsbereichen Montage, Verpackung, Metallbearbeitung, Uhrenmontage, Holzbearbeitung, Druckerei, Textil, Hauswirtschaft, Korb-flechterei, Gärtnerei und Weinanbau können den Beschäftigten Arbeitsplätze und der Industrie und dem Gewerbe vielfältige Leistungen angeboten werden. Durch die Größe des Werkstättenverbundes ist gewährleistet, dass Aufträge termingerecht, preiswert und qualitativ hochwertig ausgeführt werden. Die Caritaswerkstätten St.Georg sind zuverlässige Partner vieler Unternehmen der Umgebung. Diese Zusammenarbeit bewährt sich seit vielen Jahren, mit manchen Geschäftspartnern seit der Gründung der ersten Werkstatt 1960 in Freiburg. Aber nicht nur im Auftrag des Gewerbes werden Leistungen erbracht, sondern es gibt auch eine vielfältige Palette von Eigenprodukten, die über einen eigenen Vertrieb und in drei eigenen Läden angeboten werden. Das Angebot umfasst Pendeluhren mit mechanischen Laufwerken, Körbe, Gebrauchs- und Geschenkartikel, Weine, Sekt, Textilien und vieles mehr.

 

 

Train 

Die Abkürzung TraIn steht für Training zur Integration langzeitarbeitsloser Menschen und Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

In dieser Arbeitsgruppe, in der Menschen mit Behinderungen mit langzeit-arbeitslosen Menschen zusammenarbeiten, werden die Teilnehmer unter arbeitsmarktnäheren Bedingungen für den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet. Die Menschen mit Behinderungen bleiben jedoch rechtlich Mitarbeiter der Werkstatt für behinderte Menschen.

Vermittlungsversuche werden mit Hilfe des Integrationsfachdienstes unternommen.

 

Förder- und Betreuungsbereich

Im Förder- und Betreuungsbereich werden Menschen mit Behinderungen, die einen sehr hohen Bedarf an Ansprache, Pflege, Begleitung und Anleitung benötigen, betreut und gefördert.

Die Schwerpunkte der Förderung und Betreuung liegen:

- im lebenspraktischen Bereich

- in der Wahrnehmungsförderung

- in der Förderung von Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeiten

- in der pflegerischen Betreuung.

Dazu werden musische, spielerische, kreative und kognitive Elemente in Gruppen- und Einzelarbeit eingesetzt.

 

Besondere Arbeits- und Betreuungsangebote

Die Veränderung der Altersstruktur und die zunehmende Zahl schwerer behinderter Menschen hat Anpassungen in der Beschäftigung und Betreuung notwendig gemacht. Im Arbeitsbereich der Werkstatt wurden spezielle Gruppen eingerichtet, durch die erreicht wird, dass Beschäftigte, die nicht mehr den ganzen Tag arbeiten können, weiterhin ganztags in der Werkstatt betreut werden.

 

  • Ganztagsbetreuung bei Halbtagsbeschäftigung: Die Beschäftigten arbeiten vormittags in ihrer jeweiligen Arbeitsgruppe und werden nachmittags in einer pädagogisch ausgerichteten Gruppe betreut.

  • Arbeits- und Betreuungsgruppe: Der Tagesablauf ist strukturiert durch den Wechsel von Phasen der Anspannung und der Entspannung. Arbeit ist Bestandteil des Tagesablaufs, richtet sich jedoch in ihrer Dauer nach dem Leistungsvermögen der Einzelnen.

 

Arbeitsbegleitende Angebote

Ausgehend von dem ganzheitlichen Grundsatz und orientiert am christlichen Menschenbild, wonach auch Menschen mit Behinderungen ein ausgewogenes Miteinander von Arbeit, Anregung und Förderung benötigen, werden im Arbeitsbereich arbeitsbegleitende Angebote gemacht. Diese umfassen z.B. kreative Aktivitäten wie Musizieren, Werken, Malen und Tonen; Förderung in Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben, Herausgabe einer Werkstattzeitung; lebenspraktische Aktivitäten wie Kochen, Einkaufen, Teilnahme am Verkehr, Umgang mit Medien; motorische und sportliche Aktivitäten wie Schwimmen, Tanzen, Gymnastik, Kegeln, Fußballspielen; religiöse Angebote wie Bibelkreis und Gestaltung kirchlicher Feste.

 

 

Freizeitgestaltung

Unter dem besonderen Gesichtspunkt des Erlebens von Gemeinschaft wird den Beschäftigten, die zu Hause wohnen, alle zwei Jahre eine auswärtige Ferienfreizeit angeboten, die nicht auf den Jahresurlaub angerechnet wird.

Ein weiteres wichtiges Element sind die Feste und Feiern im Jahreslauf, die miteinander vorbereitet und gestaltet werden.

 

Begleitende Dienste

Besondere Dienste begleiten Menschen mit Behinderungen im Werkstattalltag. Der Sozialdienst bereitet die Aufnahme in die Werkstatt vor, verhandelt mit Behörden wie Gesundheitsamt, Arbeitsamt, Landeswohlfahrtsver-band, Versicherungsträgern u.a. Er berät Angehörige und gesetzliche Betreuer bei gesundheitlichen, pädagogischen und finanziellen Fragen, führt Einzelberatungen durch, regt therapeutische Behandlungen an, leistet Mithilfe bei der Erstellung individueller Förderpläne und erarbeitet zusammen mit den Gruppenleitern und Werkstattleitern die konzeptionelle Weiterentwicklung der Werkstätten.

Der Psychologische Dienst berät bei entwicklungsfördernden Maßnahmen und hilft bei der Lösung von Problemen mit. Weiter führt er Fallbesprech-ungen im Team und psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche durch. Die Ergebnisse fließen in Förderpläne und Umgangskonzepte ein. Bei komplexeren Problemstellungen übernimmt er die Koordination der Hilfen. Auch er ist in die Weiterentwicklung der Werkstätten eingebunden.

Krankengymnastische, logopädische und physiotherapeutische Angebote können bei Bedarf innerhalb oder außerhalb der Werkstätten vermittelt werden.

 

 

Betreuungszeiten

In den Caritaswerkstätten gilt die 5-Tage-Woche. Betreuungszeiten:

Montag bis Donnerstag 8.00 bis 16.00 Uhr, Freitag 8.00 bis 14.30 Uhr.

 

Fahrdienste

Ist es aufgrund der Schwere der Behinderung oder der Entfernung zwischen Wohnung und Werkstatt nicht möglich, dass der Beschäftigte selbstständig, z.B. mit öffentlichen Verkehrsmitteln, seinen Arbeitsplatz erreicht, organisiert die Werkstatt einen besonderen Fahrdienst.

 

 

Impressum - Caritasverband Freiburg-Stadt e.V.